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Finnest kooperiert mit A.B.S. Factoring

Wien, 30.09.2020 – Seit einigen Monaten haben die Auswirkungen der Corona-Pandemie einschneidende Spuren im österreichischen Mittelstand hinterlassen. Viele Entscheider und Experten haben sich in den vergangenen Wochen branchenübergreifend zusammengeschlossen, um gemeinsam den Standort und die österreichische Wirtschaft zu stärken – getreu dem Motto: aus dem Mittelstand für den Mittelstand. So haben auch die A.B.S. Factoring AG, Österreichs größter bankenunabhängiger Factoringdienstleister und die Finnest GmbH, Österreichs führende digitale Finanzierungsplattform für den Mittelstand, entschieden, eine gemeinsame Initiative ins Leben zu rufen, um Österreichs KMUs bei der Unternehmensfinanzierung zu unterstützen. Die Summe an Expertise, die dahintersteht, kommt sowohl bereits bestehenden als auch künftigen Geschäftspartnern zu Gute - besonders in Zeiten, in denen erfolgreiches Krisenmanagement gefragt ist. Um die Sicht eines Factoringexperten auf die aktuelle Lage und die gemeinsamen geplanten Ziele zu erfahren, hat Günther Lindenlaub, Geschäftsführer der Finnest GmbH, Andreas Draxler, Vorstand der A.B.S. Factoring AG, zu einem Gespräch eingeladen.

Hr. Draxler, Sie sind nun seit über 20 Jahren im Finanzbereich tätig. Die vergangenen Monate haben für zahlreiche heimische KMU eine große Herausforderung dargestellt – Liquidität ist für viele Unternehmen aktuell das Schlüsselwort. Wie schätzen Sie die derzeitige Lage in der Wirtschaft im Allgemeinen und am Finanzmarkt im Speziellen ein?

A. D.: Durch die kürzlich eingeführten Beschränkungen und die Erklärung von diversen Risikogebieten in Österreich, trifft dies die Wirtschaft erneut sehr hart – vor allem den Tourismus. Aber auch jene Betriebe die dort indirekt davon betroffen sind. Allgemein ist die Stimmung aus meiner Sicht in den letzten Wochen eher schlechter geworden, man erkennt zwar die Auswirkungen zunehmender, kann sie jedoch teilweise immer noch nicht abschätzen: Stichwort Stundungen, Aussetzung der Insolvenzantragspflicht, etc. Hier besteht noch großer Handlungsbedarf seitens der Regierung, worauf österreichische Unternehmerinnen und Unternehmer sehnlichst warten. Fakt ist aber, dass Liquidität das Schlüsselwort ist und auch bleiben wird und diese weiter aufrecht zu erhalten ist das A&O für alle heimischen Betriebe – auch dann wenn Stundungen oder Überbrückungsfinanzierungen wieder zurückgezahlt werden müssen.

Ab Herbst rechnen viele ExpertInnen mit einer erhöhten Anzahl an Insolvenzen, gleichzeitig wird ein allgemeiner Wirtschaftsaufschwung prognostiziert. Sind Sie genauso „zuversichtlich?“

A. D.: Ich bin grundsätzlich sehr positiv und optimistisch gestimmt und gehe auch davon aus, dass wir bald wieder einen Aufschwung in der österreichischen Wirtschaft erleben werden. Dieser kann jedoch durch die Maßnahmen und möglichen neuen Restriktionen im Zusammenhang mit Corona wieder schnell gebremst werden. Ein Bereich, welcher aus meiner Sicht noch nicht abschätzbar ist, ist das Thema der Insolvenzen. Sobald die Insolvenzantragspflicht wieder aufgehoben wird, wird man in weiterer Folge nur schwer abschätzen können, welche Unternehmen dadurch noch am Markt teilenehmen, obwohl sie defacto schon bankrott sind.

Für viele mittelständische Unternehmen in Österreich ist der klassische Weg zur Hausbank und somit der Kreditzugang angesichts der Coronakrise schwieriger geworden. Banken verhalten sich bei Verhandlungen restriktiver und sind deutlich risikoaverser. Crowdinvesting und Factoring haben sich in Österreich in den letzten Jahren als alternative Finanzierungsformen etabliert und werden immer beliebter. Wie ergänzen sich die beiden Instrumente bzw. wo sehen Sie Synergieeffekte aus der künftigen Kooperation von Finnest und A.B.S?

A.D.: Eines ist klar: Für Banken wird es zukünftig im Rating keine Berücksichtigung eines „Corona-Bonus“ geben und dies bedeutet, dass Kredite weiterhin und wie üblich nach allen aufsichtsrechtlichen und betriebswirtschaftlichen Vorgaben vergeben werden. Ich befürchte, dass durch die strengen Vorgaben zukünftig immer weniger KMU Anspruch darauf nehmen können… Crowdinvesting und Factoring passen, wie man so schön sagt, wie der Deckel zum Topf. Einerseits kann durch Crowdinvesting freies Kapital zum Wachstum bereitgestellt werden und andererseits wird durch den Verkauf der Forderungen, sprich Factoring, der Cashflow im Unternehmen sichergestellt. Die Kombi aus diesen beiden Finanzierungsinstrumenten ist sozusagen die Landebahn für den Raketenstart ;)

Auf welche Weise kann die künftige Kooperation zwischen Finnest und A.B.S Unternehmen konkret dabei helfen, durch die Krise zu kommen?

A. D.: Ich denke, dass KMU endlich eigenständig handeln müssen. Das bedeutet: Über den Tellerrand blicken! Die Angebote am Finanzierungsmarkt sind mittlerweile vielseitig, alternative Finanzierungen werden immer beliebter… Für ein solides Wachstumskonzept müssen „neuen“ Finanzierungsstrategien inkludiert werden. Der erste Schritt in die richtige Richtung ist meiner Meinung nach zu akzeptieren, dass es abseits der klassischen Hausbank auch Lösungen gibt die möglicherweise sogar besser passen… Wie schon erwähnt sind die Instrumente Crowdinvesting (Kapitalbeschaffung) und Factoring (Cashflowoptimierung) hier besonders beliebt.

Welchen Stellenwert haben Digitalisierungsprozesse und Investitionen derzeit? Ist das ein Thema für die Mehrheit der produzierenden Unternehmen oder war COVID19 nur ein Weckruf?

A. D.: Ich denke, dass Corona hier beschleunigend gewirkt hat – die Prozesse zur Digitalisierung sind bei vielen Unternehmen ja schon im Gange …. Im Bezug auf Factoring denke ich, dass wir hier auch im Finanzierungsbereich durch zukünftige, digitale Lösungen KMU unterstützen können. Wir haben im Jahr 2021 viel vor, es bleibt also spannend!

Last but not least: Wenn Sie heimischen Unternehmerinnen und Unternehmern einen Ratschlag für die Zukunft mitgeben könnten, welcher wäre das?

A. D.: Schauen Sie auf Ihre Liquidität und denken Sie auch an Outsourcing von Prozessen, die nicht Ihr Kerngeschäft sind (z.B. Entlastung im Debitorenmanagement). Viele Unternehmerinnen und Unternehmer wissen gar nicht, welche enormen Ressourcen das in ihrem Betrieb freisetzt. Cash ist der Sauerstoff im Blutkreislauf eines jeden Unternehmens – handeln Sie also entsprechend!


Vielen Dank für das Gespräch, Hr. Draxler! Ich freue mich auf die gemeinsame Zusammenarbeit und unsere gemeinsame Mission, den Standort Österreich und seine Unternehmen durch unser Angebot krisenfester zu machen, indem wir als erfahrene Finanzierungspartner neue Innovations-, Wachstums- und Zukunftsperspektiven eröffnen.
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