Die Einleitung

Da es für den Erfolg eines Crowdinvestings essentiell ist, dass alle genau wissen, was wann wie passiert, finden Sie hier eine detaillierte Beschreibung von Finnest. Wir haben lange daran gearbeitet, Finnest so zu optimieren, dass alles möglichst einfach, schnell und dabei hochsicher ist.

Finnest ist eine Plattform für Crowdinvesting auf dem österreichischen und dem deutschen Markt. Das Finnest-Crowdinvesting ist klassische Unternehmensfinanzierung in modernster Form. Potentielle Investoren (die „Darlehensgeber“), die in Österreich, Deutschland oder der Schweiz ansässig sind, bieten ausgewählten Unternehmen mit Sitz in Österreich oder Deutschland (die „Darlehensnehmer“) sogenannte qualifizierte Nachrangdarlehen an.

Die Unternehmen verpflichten sich zu jährlichen Fixzins-Zahlungen und dazu, das Geld am Ende der Laufzeit (nach 3 bis 5 Jahren) wieder zurückzuzahlen (endfällig).

Finnest ist der hochmoderne Vermittler und Abwicklungspartner zwischen Darlehensgebern und Darlehensnehmern. Es gelten unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen.

Die Unternehmen (Darlehensnehmer)

Mit einem Crowdinvesting auf Finnest können Unternehmen neben ihren herkömmlichen Bankkrediten Geld von Investoren aufnehmen, ohne der sogenannten Prospektpflicht zu unterliegen. Die gesetzlichen Schwellenwerte für Crowdinvestings sind pro Markt unterschiedlich: In Österreich kann ein Unternehmen pro Tranche bis zu 1,5 Millionen Euro und innerhalb von 7 Jahren insgesamt bis zu 5 Millionen Euro finanzieren. In Deutschland liegt der Schwellenwert bei insgesamt 2,5 Millionen Euro.

Die Nachrangdarlehen, die von den Unternehmen auf Finnest angeboten werden, ermöglichen den Unternehmen eine langfristige, unbesicherte Finanzierung zu fixen Zinsen. Durch dieses „Mezzaninekapital“ eröffnen sie sich auch den Zugang zu zusätzlichen Bankkrediten.

Zudem ergeben sich ganz neue Möglichkeiten der Kundenbindung: Nicht nur konnten Unternehmen mit Crowdinvestings auf Finnest ihre Umsätze steigern, sondern sie profitierten darüber hinaus massiv vom direkten Kontakt mit Kunden, Lieferanten und Partnern. Die Unternehmen können über die erhaltenen Beträge im Rahmen Ihrer betrieblichen Tätigkeit und je nach kommunizierten Finanzierungszweck frei verfügen.

Wir legen großen Wert auf die Qualität der Unternehmen, die Finnest nutzen. Unser Team wählt nur Unternehmen aus, die wir für erfolgreich halten. Wesentliche Kriterien sind dabei unter anderem ein über mehrere Wirtschaftsjahre dokumentiertes, organisches Wachstum, ausreichende Eigenkapitalbasis, nachhaltige EBITDA-Ergebnisse, ein zukunftsträchtiges Geschäftsmodell, das sich durch klare Preis- oder Innovationsführerschaft auszeichnet sowie eine stabile Eigentümerstruktur und ein zum Unternehmen passendes Management. Die inhaltliche Richtigkeit der hierzu von den Unternehmen übermittelten Informationen kann Finnest jedoch nicht überprüfen, genauso wenig wie unsere Vorauswahl als Anlageberatung oder als Anlageempfehlung zu verstehen ist.

Die Investoren (Darlehensgeber)

Investoren bieten den Unternehmen aus persönlichen Interessen oder weil ihnen an der weiteren Entwicklung des Unternehmens gelegen ist, eine Investition an. Die Motivation Finnest zu nutzen, ist dabei von Investor zu Investor unterschiedlich: Während die einen mit der aktuellen Verzinsung ihres Ersparten unzufrieden sind, wollen andere gezielt an der beeindruckenden wirtschaftlichen Entwicklung regionaler Unternehmen teilhaben. Wieder andere sind langjährige Kunden eines Crowdinvesting-Unternehmens und investieren in „ihre Firma“. Finnest stellt für jeden von ihnen eine sinnvolle Alternative der Geldanlage bereit: Investieren in ausgewählte, etablierte Unternehmen.

Das Prinzip ist sehr einfach:

Investoren bieten dem Unternehmen ihrer Wahl ein Nachrangdarlehen an und entscheiden dabei (im Rahmen der Vorgaben des Unternehmens), welchen Betrag sie anbieten und welche Verzinsung sie dafür wollen.

Welche Beträge werden angeboten?

Auf dem österreichischen Markt gibt es für Crowdinvestings grundsätzlich keine Obergrenze. Private, die über 5.000 Euro investieren, dürfen allerdings nicht mehr als das Doppelte ihres durchschnittlichen monatlichen Nettoeinkommens über zwölf Monate gerechnet oder mehr als 10% ihres Finanzanlagevermögens investieren. (Für professionelle Investoren gilt diese Regelung natürlich nicht.)

Bei Crowdinvestings auf dem deutschen Markt dürfen natürliche Personen und Personengesellschaften maximal 10.000 Euro in ein Unternehmen investieren. Beträge über 1.000 Euro dürfen nur dann investiert werden, wenn ein frei verfügbares Vermögen in Form von Bankguthaben und Finanzinstrumenten von mindestens 100.000 Euro vorliegt oder wenn der zweifache Betrag des durchschnittlichen monatlichen Nettoeinkommens nicht überschritten wird. (Für Kapitalgesellschaften gilt dies nicht.)

Welche Verzinsung wird verlangt?

Die Unternehmen verpflichten sich zu jährlichen Fixzins-Zahlungen an die Investoren. Bei der Festlegung ihres Wunsch-Zinssatzes verfolgen die Investoren ganz unterschiedliche „Strategien“. Ein paar Beispiele: Ein Investor will eine Verachtfachung seiner Sparbuchzinsen. Ein anderer verlangt grundsätzlich mindestens 3%. Und ein Dritter setzt die Zinsen entsprechend der Bilanz des Unternehmens an. Mehr dazu unten bei „Die Bieterphase“.

Das Profil

Für eine Finanzierung müssen sich die Investoren auf Finnest registrieren und ein kurzes Profil anlegen. Die Registrierung dauert weniger als 1 Minute und ist natürlich kostenlos.

Für das Profil fragt Finnest ausschließlich Daten ab, die aus rechtlichen oder prozessualen Gründen notwendig sind. Diese (wenigen) Daten sind technisch im höchsten Ausmaß geschützt und können nur von Ihnen sowie Finnest eingesehen werden. Sie werden an das Unternehmen übermittelt, soweit dies zum Abschluss und zur Durchführung des Darlehensvertrages notwendig ist. Wir behandeln Ihre Daten vertraulich und werden sie niemals unerlaubt weitergeben, veröffentlichen oder für andere Zwecke als die gegenständliche Finanzierung oder die Erbringung und Optimierung der von Finnest für Investoren und Unternehmen erbrachten Leistungen verwenden.

Sollten Sie Ihr Benutzerkonto deaktivieren / löschen wollen, so schreiben Sie bitte einfach eine kurze, formlose E-Mail mit der Bitte um Deaktivierung an office@finnest.com. Mit der Löschung Ihres Profils wird natürlich auch der Zugriff zu bestehenden Investmentmöglichkeiten, Archiven und anderen Tools deaktiviert.

Die Investmentmöglichkeiten

Damit sich die Investoren (Darlehensgeber) vor einer Investition detailliert informieren können, präsentieren die Unternehmen (Darlehensnehmer) aktuellste Unterlagen und Informationen zur Firma und zum Crowdinvesting in einem unserer Hochsicherheits-Datenräume. Auf Finnest können sie mehr Unterlagen einsehen, als gesetzlich vorgeschrieben sind:

Nach den anwendbaren gesetzlichen Vorschriften müssen Unternehmen z.B. die Bedingungen des Nachrangdarlehensvertrages, den aktuellsten Jahresabschluss, Informationen für Fernabsatzverträge über Finanzdienstleistungen sowie spezielle Anlegerinformationen (wie ausgewählte Kennzahlen, eine Beschreibung des Marktes und der der wirtschaftlichen Entwicklung) zur Durchsicht bereitstellen. Unternehmen, die auf Finnest ein Crowdinvesting durchführen, stellen ihren potenziellen Investoren in der Regel darüber hinaus weitere Informationen zur Verfügung. Das reicht von Bonitätsauskünften über Videos mit Produkt- und Servicebeschreibungen bis hin zu relevanten Planungsübersichten.

Vor Beginn der Bieterphase (unten) legt die Unternehmen folgende Rahmenbedingungen des Crowdinvestings fest: Die Laufzeit des Nachrangdarlehens (in der Regel 3 bis 5 Jahre). Wie lange die Bieterphase dauert (z.B. 30 Tage). Welche Mindestangebote zulässig sind (z.B. 1.000 Euro). Innerhalb welchen Zinsrahmens Gebote abgegeben werden können (z.B. von 1% bis 9%). Und ob sich die Investoren auch für eine jährliche Zinszahlung in Form von Waren- oder Servicegutscheinen entscheiden können.

Die Bieterphase

Während der Bieterphase können die Investoren Angebote auf Abschluss eines Nachrangdarlehens abgeben. Die Dauer der Bieterphase legt das Unternehmen fest, in der Regel beträgt sie rund 30 Tage. (Gemäß unseren AGB kann die Bieterphase vorzeitig beendet oder verlängert werden. Investoren werden davon selbstverständlich umgehend informiert.)

Investoren setzen zwei Werte fest:

  1. Die Summe, die sie investieren wollen
  2. Die Mindest-Verzinsung, die sie dafür jährlich während der Laufzeit des Nachrangdarlehens bekommen wollen

Beispiel: Ich biete der Muster GmbH ein Darlehen in Höhe von 10.000 Euro an, wenn ich dafür jährlich mindestens 4% Zinsen bekomme. Während der gesamten Bieterphase können Investoren jederzeit ein Angebot abgeben, ändern oder zurücknehmen. Jenes Angebot, das am Ende der Bieterphase online ist, ist rechtlich bindend.

Am Ende der Bieterphase, nachdem alle Investoren ein Gebot abgegeben haben, wählt das Unternehmen unter allen Angeboten einen einzigen Zinssatz aus, zu dem es Geld aufnimmt.

Das Finnest Höchstzins-Prinzip: Die Unternehmen erklären alle Darlehensgebote einheitlich zu dem ausgewählten Zinssatz anzunehmen, welche den ausgewählten Zinssatz umfassen. Das heißt, alle Angebote zum ausgewählten Zinssatz sowie alle (!) zu einem niedrigeren Zinssatz (!) bekommen diesen (höheren) Zinssatz.

Beispiel: Ein Unternehmen braucht etwa 800.000 Euro. Die Angebote von Investoren zu 3%, 4% und 5% summieren sich auf insgesamt 750.000 Euro. Das reicht dem Unternehmen. Es wählt 5% und auch alle Investoren, die „nur“ 3% oder 4% verlangten, bekommen automatisch ebenfalls 5%. (Jene, die 6% oder mehr verlangten, kommen nicht zum Zug.)

Vor Beginn der Bieterphase legen die Unternehmen fest, ob sie die jährlichen Zinszahlungen als Geldüberweisung oder als Waren- / Service-Gutscheine auszahlen werden. Entscheidet sich ein Unternehmen für Gutscheine, so werden diese in der Regel mit einem Bonus verknüpft: Betragen die jährlichen Zinsen beispielsweise 400 Euro, können Unternehmen 10% Bonus anbieten und die Investoren bekommen jährlich einen Gutschein in Höhe von 440 Euro.

Die Unternehmen behalten sich das Recht vor, in Ausnahmefällen die Darlehensgebote einzelner Investoren abzulehnen, auch wenn sie den ausgewählten Zinssatz umfassen. Zudem darf das Unternehmen zur Einhaltung der gesetzlich vorgegebenen Schwellenwerte Darlehensgebote ablehnen, wenn andernfalls der Schwellenwert überschritten würde. Zudem können Unternehmen anstelle des Zinsrahmens auch nur einen Festzinssatz vorgeben (z.B. Wir zahlen jedenfalls 6%), so dass Investoren insoweit keine Auswahlmöglichkeit haben.

Das qualifiziert nachrangige Darlehen

Wenn sich das Unternehmen für eine Verzinsung entschieden hat, übermittelt Finnest (als Erklärungsbote des Unternehmens) den Investoren, deren Angebote angenommen wurden, die Annahmeerklärung des Unternehmens per E-Mail. Ein Vertrag über ein Nachrangdarlehen kommt mit Zugang der durch Finnest übermittelten Annahmeerklärung des Unternehmens beim Investor zustande. Zudem setzt Finnest die Daten der Vertragsparteien (Darlehensnehmer und Darlehensgeber) und die vereinbarten Konditionen wie Darlehenssumme und Verzinsung in den Muster-Nachrangdarlehensvertrag ein und stellt diesen über die Plattform zur Verfügung.

Alle über Finnest vermittelten Nachrangdarlehen enthalten einen sogenannten qualifizierten Nachrang. Das bedeutet, dass der Investor keinen Anspruch auf Zahlung von Zinsen oder Rückzahlung der investierten Summe hat, soweit und solange dies einen Insolvenzgrund beim Unternehmen herbeiführen würde. Wird während der Laufzeit des Darlehens ein Insolvenzverfahren über das Vermögen des Unternehmens eröffnet bzw. seine Liquidation angeordnet, so bekommt der Investor seine Zinsen und die investierte Summe erst, nachdem alle anderen Gläubiger bedient wurden, deren Forderungen nicht entsprechend nachrangig sind. Im schlimmsten Fall kann der qualifizierte Nachrang den Totalausfall des Investments mit sich bringen. Der Investor sollte sich daher beraten lassen und nur jenen Betrag investieren, den er im Fall eines solchen Totalausfalls verkraften könnte.

Gesetzlicher Warnhinweis: Der Erwerb dieser Vermögensanlage ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Vermögens führen.

Die Nachrangdarlehen sind unbesichert. Rechte hieraus sind nicht verbrieft. Mit ihnen sind keine gesellschaftsrechtliche Beteiligung oder Stimmrechte am Unternehmen, dem das Nachrangdarlehen gewährt wird, verbunden.

Zusätzlich zu diesen regulären Zinszahlungen können österreichische Unternehmen ihren österreichischen Investoren nach besonders erfolgreichen Geschäftsjahren übrigens einen Erfolgs-Bonus bieten. Dieser wird nur bei Erreichen gewisser Kennzahlen fällig. Welche das im Einzelfall sind, steht im Muster-Nachrangdarlehensvertrag, der Investoren – zusammen mit den anderen Dokumenten – zur Verfügung gestellt wird. Gesetzlicher Warnhinweis: Der in Aussicht gestellte Ertrag ist nicht gewährleistet und kann auch niedriger ausfallen.

Da die Verträge direkt zwischen Unternehmen und Investoren abgeschlossen werden, führt eine (unwahrscheinliche) Einstellung der Plattform Finnest nicht zur Unwirksamkeit der Darlehensverträge.

Die Zahlungsflüsse

Nimmt das Unternehmen das Angebot eines Investors an, wird es die Darlehenssumme frühestens nach Ablauf von 7 Tagen direkt vom Konto des Investors einziehen. Hierzu erteilen die Investoren dem Unternehmen ein SEPA-Lastschriftmandat (kein Geldfluss über Finnest). Bei Zahlungen aus Nicht-EU-Staaten können Gebühren anfallen. Erkundigen Sie sich dazu bitte bei Ihrer Bank.

Die jährlichen Zinszahlungen überweist das Unternehmen direkt auf das Konto des Investors, von dem auch die Darlehenssumme eingezogen wurde. Der erste Zinszahlungstermin wird in der Regel ca. 6 Monate nach Ende des Geschäftsjahres sein. Details legt der jeweilige Darlehensvertrag fest.

Ein Beispiel: Das Finnest-Crowdinvesting endet im Oktober. Nachdem der Wirtschaftsprüfer den Jahresabschluss geprüft hat, wird das Unternehmen seinen Investoren erstmalig Anfang Juli des Folgejahres Zinsen zahlen. Diese erstmalige Zinszahlung wird Zinsen vom Tag des Laufzeitbeginns (zB 31.10.) bis zum 30.6. abdecken. Die zweite Zinszahlung, im Juli des Folgejahres, wird dann in Höhe des vollen Jahresbetrages sein.

Unternehmen bekommen von Finnest eine Datei mit den zahlungsrelevanten Daten aller Investoren, die dem jeweiligen Buchhaltungssystem angepasst ist. Sämtliche Zahlungen erfolgen direkt zwischen Unternehmen und Investoren, Finnest ist “nur” die Vermittlungsplattform und wickelt keine Zahlungen im Nachrangdarlehensverhältnis ab.

Die Laufzeit und Rückzahlung

Die Laufzeit des Nachrangdarlehens wird vom Unternehmen festgelegt. In der Regel liegt sie zwischen 3 und 5 Jahren. Während der Laufzeit des Nachrangdarlehens verpflichtet sich das Unternehmen nicht nur zur jährlichen Zahlung der Zinsen, sondern informiert seine Investoren auch mindestens einmal jährlich über die wirtschaftliche Entwicklung.

Am Ende der Laufzeit zahlt das Unternehmen den Darlehensbetrag innerhalb einer im Darlehensvertrag festgelegten Zahlungsfrist wieder an den Investor zurück (endfällige Darlehen).

Die Kosten

Bei Finnest gibt es keine versteckten Kosten. Registrieren, informieren und umsehen kostet potenzielle Investoren nichts!

Investoren: Bei erfolgreichem Abschluss eines Darlehensvertrages – und nur dann – bezahlen Investoren einmalig 1% der Darlehenssumme an Finnest, mindestens jedoch 25 Euro.
Beispiel: Ein Investor investiert 8.000 Euro. Die Finnest-Gebühr beträgt einmalig 80 Euro.

Unternehmen: Vom Darlehensnehmer erhält Finnest einmalig 2,75% der Darlehenssumme, mindestens jedoch – unabhängig vom Abschluss eines Nachrangdarlehens –  9.500 Euro.

Unabhängig vom Abschluss eines Darlehensvertrages trägt das Unternehmen die im Zusammenhang mit Crowdinvestings anfallenden Einmalkosten für gesetzlich vorgeschriebene Tätigkeiten, wie die für den österreichischen Markt vorgeschriebene anwaltliche Prüfung der Anlegerinformationen (einmalig 1.500 Euro) und max. 150 Euro für die Aufnahme in den Emissionskalender der OeKB sowie die für den deutschen Markt vorgeschriebene Aufbewahrungsgebühr des VIB bei der BaFin (einmalig 38 Euro). Diese Kosten werden vom Unternehmen direkt an die jeweiligen Stellen entrichtet.

Die Steuern

Gesetzlicher Hinweis: Die steuerliche Behandlung hängt von den persönlichen Verhältnissen des jeweiligen Kunden ab und kann künftig Änderungen unterworfen sein.

Für Österreich: Ist der Darlehensgeber (der Investor) eine natürliche Person, so sind die Zinseinkünfte als Einkünfte aus Kapitalvermögen in der persönlichen Einkommensteuererklärung zu berücksichtigen. Die Zinseinnahmen sind mit dem normalen Tarifsteuersatz zu besteuern, der begünstigte Steuersatz des §27a EstG (27,5%) kommt nicht zur Anwendung. Steuerfreie Zuverdienstgrenzen bzw. steuerliche Optimierungsmöglichkeiten kommen zum Tragen, sollten aber jeweils mit einem Steuerberater individuell abgestimmt werden. Ist der Darlehensgeber eine österreichische Kapitalgesellschaft unterliegt der Zinsertrag den normalen körperschaftsteuerlichen Regelungen.

Darlehensnehmer (Unternehmen) sollten die steuerlichen Aspekte des Crowdinvestings jedenfalls mit ihrem Steuerberater abstimmen. In der Regel weisen Unternehmen die nachrangigen Darlehen im Jahresabschluss als Verbindlichkeit aus. Die jährlichen Zinszahlungen sind im Rahmen der Bilanzierung als Finanzaufwand zu berücksichtigen und steuerlich voll abzugsfähige Betriebsausgaben. Die einmaligen Kosten für die Nutzung von Finnest sind – über die Laufzeit des Darlehens verteilt – als steuerlich abzugsfähige Betriebsausgabe zu berücksichtigen. Und die Darlehensrückzahlung am Ende der Laufzeit ist steuerneutral als Rückzahlung der Verbindlichkeit zu behandeln.

Für Deutschland: Für die steuerliche Behandlung aus der Sicht des deutschen Rechts verweisen wir auf den jeweiligen Muster-Nachrangdarlehensvertrag bzw. die Fernabsatzinformationen hierzu.

Für die Schweiz: Handelt es sich beim Darlehensgeber um eine natürliche Person und ist das Darlehen deren Privatvermögen zuzuordnen, sind die Zinseinkünfte als Einkommen aus beweglichem Vermögen zu versteuern und unterliegen der ordentlichen Einkommenssteuer. Weiter unterliegt das nachrangige Darlehen der Vermögenssteuer. Das Darlehen ist folglich im Wertschriftenverzeichnis der Steuererklärung zu deklarieren.
Ist das Darlehen dem Geschäft des Darlehensgebers (natürliche Person) zuzuordnen oder handelt es sich beim Darlehensgeber um eine juristische Person, ist das Darlehen als Aktivum in der Handelsbilanz sowie die Zinsen als Ertrag in der Erfolgsrechnung zu erfassen. Das Darlehen unterliegt folglich der ordentlichen Vermögens- bzw. Kapitalsteuer und die Zinsen der ordentlichen Einkommens- bzw. Gewinnsteuer.
Die Rückzahlung des Darlehens am Ende der Laufzeit ist steuerneutral, sie stellt beim Darlehensgeber weder steuerbares Einkommen noch steuerbaren Gewinn dar.

Die Privatplatzierung

Zusätzlich zum oben beschriebenen Crowdinvesting kann ein Unternehmen auf Finnest auch eine sogenannte Privatplatzierung durchführen. Dabei ist der Kreis der eingeladenen Investoren beschränkt und andere gesetzliche Vorschriften sowie andere Kostenstrukturen als die oben beschriebenen kommen zum Einsatz.

Bei einer Privatplatzierung erhalten die Investoren in der Regel vorab eine individuelle Einladung bei einer speziellen Finanzierung mitzumachen. Falls Finnest User grundsätzlich Interesse haben auch zu Privatplatzierungen eingeladen zu werden, können sie uns das unter office@finnest.com mitteilen.