Der Brexit kommt. Was heißt das für den Mittelstand?

Europas Finanzindustrie im Wandel

Das Vereinigte Königreich hat abgestimmt und verabschiedet sich von Europa. Man muss kein Prophet sein um vorherzusagen, dass dieses – wohl für alle – überraschende Ergebnis Europa noch lange intensiv beschäftigen wird. Zu den tausenden und abertausenden Themen, die nun besprochen, neu vereinbart und geregelt werden müssen, zählt auch die Zukunft des Mittelstands. Was heißt das britische Votum für die europäischen KMUs?

Innovation und Investition

  • Mittelständische Unternehmen sind das wirtschaftliche Rückgrat vieler europäischer Märkte und leisten einen wesentlichen Beitrag zu Wohlstand und Stabilität in Europa.
  • Mittelständische Unternehmen handeln oft international, sind aber in ihrer Region stark verankert.
  • Mittelständische Unternehmen sind Vorreiter für Innovationen, nicht nur auf Produkt- und Serviceseite, sondern auch bei so banalen Themen wie der Unternehmensfinanzierung.


Daher macht es politisch unbedingt Sinn, stärker auf regionale Entwicklungen und Förderungen zu setzen. Innovation, Investition und das Schaffen von Arbeitsplätzen müssen in den Fokus rücken. Um jene Unternehmen zu stärken, die ihre Region belebt und erfolgreich gemacht haben. Das nützt einem Land. Und das nützt Europa.

EU-„Action Plan“ für den Kapitalmarkt

Die EU legte – nicht zuletzt wegen all dieser Überlegungen –  einen „Action Plan“ zur Schaffung einer Kapitalmarktunion vor. Das klingt enorm technokratisch, könnte sich aber ganz konkret und positiv auf die Finanzierungsmöglichkeiten der mittelständischen Wirtschaft auswirken. Erklärtes Ziel der EU-Initiative ist, privates Kapital in Europa zu mobilisieren und den erfolgreichen, etablierten, mittelständischen Betrieben zuzuführen. Das sind genau jene, die auch Finnest.com nutzen.

Beispielsweise will die EU bei „großen“ Finanzierungen Erleichterungen bei der Prospektpflicht erreichen. Wenn ein Unternehmen am Kapitalmarkt größere Beträge aufnimmt, muss zuvor ein sogenannter „Prospekt“ zur Anlegerinformation geschrieben werden. Ein äußerst aufwändiges, kostenintensives und langes Unterfangen. Die wenigsten KMU können oder wollen sich einen Prospekt leisten. Hier setzt der EU-„Action Plan“ an und schlägt Vereinfachungen vor, die zum Teil in Österreich bereits umgesetzt wurden.

Außerdem sollen private Haushalte und Privatinvestoren noch bessere Möglichkeiten bekommen, ihre „Altersversorgungsziele zu verwirklichen”. Das bedeutet: Die EU will alternative Investitions- und Anlagemöglichkeiten, die zu Sparbuch, Gold & Co. hinzutreten sollen. Man arbeite an Maßnahmen, welche die Weiterentwicklung des Crowdinvesting- und Crowdfunding-Sektors als alternativen Finanzierungsweg unterstützen, heißt es aus Brüssel.

Crowdinvesting legt stark zu

Die ersten positiven Folgen des EU-„Action Plans“ sind bereits sichtbar. Während 2015 mit Crowdinvesting in Österreich weniger als 9 Millionen Euro eingesammelt wurden, haben Anleger in 2016 mittels alternativer Finanzierungen bislang bereits über 13 Millionen Euro investiert berichtet die Wirtschaftskammer Österreich. Im ersten Quartal 2016 gab es insgesamt 18 erfolgreiche Finanzierungen. Dieser Erfolg sei u.a. auf das Alternativfinanzierungsgesetz (AltFG) zurückzuführen, so die WKO. Das AltFG ist auch ein Resultat der EU-weiten Bemühungen um innovativere Finanzierungsformen. Finnest.com arbeitet in Österreich streng nach den Richtlinien des AltFG.

In Österreich sind mehrere Crowdinvesting-Plattformen tätig, aber nur Finnest.com hat sich auf das hochattraktive Segment der Investitionen in lange erfolgreiche Unternehmen aus dem Mittelstand spezialisiert. Und mit dem Eintritt von Finnest.com in die anderen deutschsprachigen Märkte haben Privatanleger nun erstmals die Möglichkeit grenzüberschreitend in den Mittelstand zu investieren. Ganz so, wie es der EU-„Action Plan“ vorsieht.