Eine wichtige Information zur Risus GmbH

Auf dem Internetportal der deutschen Justizbehörden, www.insolvenzbekanntmachungen.de, wurde folgender Eintrag zur Risus GmbH veröffentlicht:
 
„In dem Insolvenzantragsverfahren über das Vermögen der Risus GmbH, In den Klostergärten 4, 65549 Limburg a.d. Lahn (AG Limburg a. d. Lahn, HRB 4571), vertr. d.: 1. Volker Brödenfeldt, Heilmeyersteige 156/1, 89075 Ulm, (Geschäftsführer), 2. Carsten Reitz, In den Klostergärten 4, 65549 Limburg a.d. Lahn, (Geschäftsführer), ist am 02.08.2018 um 12:00 Uhr die vorläufige Verwaltung des Vermögens des Schuldners angeordnet worden. Verfügungen des Schuldners sind nur mit Zustimmung des vorläufigen Insolvenzverwalters wirksam. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter ist Rechtsanwalt Carsten  Koch, Frankfurter Str. 13, 35781 Weilburg, Tel.: 06471/5166310, Fax: 06471/5166390, E-Mail: C.Koch@Westhelle-Partner.eu bestellt worden.
Amtsgericht Limburg, 02.08.2018“

 
Als bloßer Vermittler von qualifiziert nachrangigen Darlehen (Nachrangdarlehen) zwischen der Risus GmbH als Darlehensnehmer und Investoren als Darlehensgebern können wir seitens Finnest keine Beurteilung dieser für uns unerwarteten Situation abgeben. Wir fühlen uns aber gleichzeitig verpflichtet, so transparent wie uns nur möglich über die uns bekannte Situation bei der Risus GmbH zu informieren. 

Was wir wissen:

Die Risus GmbH hat auf Finnest zwei Crowdinvesting-Transaktionen durchgeführt, einmal im November/Dezember 2016 und ein zweites Mal im Mai/Juni 2017. Der Risus GmbH wurde beide Male von externen Rating-Agenturen „Gute Bonität“ testiert. Zum 17.11.2016, dem Start der ersten Kampagne, testierte etwa mit der Creditreform Rating AG (Creditreform) eine führende Ratingagentur der Risus GmbH mit einem Bonitätsindex von 208 (einer Ausfallswahrscheinlichkeit von nur 0,30%) bereits eine gute Bonität. Damals lag der Durchschnitt in Deutschland bei 1,54%. Zudem testierte Creditreform der Risus GmbH per 18.5.2017 im Zuge der zweiten Tranche erneut „gute Bonität“.  Die Ausfallswahrscheinlichkeit betrug für diese Bonitätsstufe 0,81%. Der Durchschnitt in Deutschland lag seinerzeit bei 1,45% (Stand: Dezember 2016). Zudem wurden im November 2017 wie vertraglich vereinbart die ersten Zinsen fristgerecht und komplett ausgezahlt. Die jetzige Entwicklung war für uns vor diesem Hintergrund nicht absehbar.

Unser Verständnis der aktuellen Situation:

Der vorläufige Insolvenzverwalter der Risus GmbH, Herr Carsten Koch, schrieb uns:
 
„Die Risus GmbH hat beim Insolvenzgericht Limburg an der Lahn einen Insolvenzantrag gestellt. Das Gericht hat Herrn Rechtsanwalt Carsten Koch von der Kanzlei Westhelle und Partner, Weilburg, zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Die Geschäftsführung und der vorläufige Insolvenzverwalter bemühen sich, den Geschäftsbetrieb fortzuführen und möglichst einen Investor zu finden.“

Sollte tatsächlich ein Insolvenzverfahren eröffnet werden, so würden – nach unserer Interpretation des jetzigen Stands der Dinge – die Forderungen der Risus-Anleger im Rang hinter die sonstigen nicht entsprechend nachrangigen Verbindlichkeiten der Risus GmbH zurücktreten. Das heißt, diese Anleger würden – sofern die Risus GmbH zu dem dann maßgeblichen Zeitpunkt über ausreichend freie Mittel hierzu verfügt – Zinsen gezahlt und Ihr investiertes Kapital zurückgezahlt bekommen, wenn entweder der Insolvenzgrund beseitigt ist oder – im Falle einer Insolvenz – nachdem alle anderen nicht entsprechend nachrangigen Gläubiger der Risus GmbH befriedigt worden sind.